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Nürnberger Zeitung 03.11.99 |
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Unter der schwarzen Motorradlederjacke baumelt noch immer ein Kreuz. Es ist ein weißen, von einem Kreis eingefasstes Weltenkreuz. Ein Zeichen aus alten keltischen Zeiten. Für christliche Symbole hat Ernst Cran jetzt keine Verwendung mehr. Gestern trat der ehemalige Pfarrer und Musiker der "Groben Popen" auf dem Nürnberger Standesamt demonstrativ aus der evangelischen Kirche aus. Die Entscheidung des 43-jährigen mag manchen überraschen
- für ihn bildet sie den konsequenten Schlussstrich unter langwierige
Querelen mit den >Organen einer Amtskirche, die ihn auf Grund seiner unorthodoxen
Ansichten stets als Außenseiter behandelt hat und ihm im letzten Jahr
die Anstellung als Pfarrer auf Lebenszeit verweigert hat. Vorausgegangen
waren ein umstrittener Video-Auftritt von Crans Band im Talar und seine
in einer Predigt vorgetragene Kritik am Apostolischen Glaubensbekenntnis. |
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BILD 03.11.99 |
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Nürnberg - Der Grobe Pope Ernst Cran (43) will nicht mehr. Der Bassist und Pfarrer legte gestern 62,- Mark auf den Tisch der Kasse des Nürnberger Standesamtes und trat aus der evangelischen Kirche aus. "Mit einer Religion, die sich der Liebe verschrieben hat, aber immer einen Leichnam vor sich her trägt, kann ich nichts mehr anfangen." Die evangelische Landeskirche hatte dem avangardistischen Pfarrer in der schwarzen Lederjacke im März vergangenen Jahres die Übernahme in ein Pfarrerdienstverhältnis auf Lebenszeit verweigert. Begründung: "Er genügt in Lehre und Lebensführung nicht." Im August 1998 endete sein Dienstverhältnis als Pfarrer zur Anstellung nach einem spektakulären Auftritt seiner Rockband "Die Groben Popen". Jetzt will der "Grobe" frei arbeiten. "Seelsorger für Private und Firmen. Nur keine Manager-Gruppenseminare. Für alle, die mit der Kirche Schwierigkeiten haben". Also auch Eheschließungen unter Gleichgeschlechtlichen? "Ja, die Schwulenehe ist für mich ein Thema, gegen das sich die Kirchen lange zu unrecht wehrten." |
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Sonntagsblatt 14.11.99 Konsequenter Ernst Cran: Austritt aus der Kirche vollzogenNürnberg. Der "Grobe Pope" Ernst Cran ist aus der Kirche ausgetreten. "Ich verabschiede mich von der Weltanschauung Christentum", erklärte der evangelische Ex-Pfarrer und Bassist der Rockband "Die Groben Popen" am Dienstag im Standesamt Nürnberg. Mit einer Religion, "die sich der Liebe verschrieben hat, aber immer einen Leichnam vor sich her trägt", könne er nichts mehr anfangen. Die Landeskirche hatte im vergangenen Jahr den Pfarrdienst des 43-jährigen beendet, weil er den Anforderungen "in Lehre und Lebensführung" nicht genüge. Vorangegangen war eine Reihe von Provokationen, darunter ein spektakulärer Video-Auftritt der Groben Popen im Talar. Zuletzt hatte Cran eine Teilzeitbeschäftigung in der Abteilung "Missionarische Dienste" der Stadtmission Nürnberg. Damit war jedoch vor vier Monaten ebenfalls Schluss, weil er eine "Liturgische Schlachtschüssel" veranstaltet hatte mit der Kernaussage: "Das Abendmahl kann bestenfalls als Leichenschmaus für Jesus gesehen werden". Mit dem Seelenheil habe der Tod Jesu jedenfalls nichts zu tun. Cran bezeichnet sich heute als "freiberuflicher Künstler, Autor und Berater". Erbietet Trauzeremonien, Scheidungsrituale und Beerdigungen an. "Ich habe die Überzeugung gewonnen, dass Erlösungsreligionen überflüssig sind", begründete Cran seinen Kirchenaustritt. Die Welt brauche nicht Erlösung, sondern Heilung. In "Zehn Thesen zum Abschied" geht er mit der Kirche hart ins Gericht: Sie sei ein aus menschlichen Interessen entstandenes Gebilde, das weder von Jesus gewollt noch durch eine göttliche Verfügung eingesetzt worden sei. Seine theologische Bibliothek will Cran an Antiquariate abgeben. Sein Arbeitszimmer habe er zur "dogmatikfreien Zone" erklärt, sagte er. Statt des Kreuzes werde er künftig ein ringförmiges sogenanntes "Keltenkreuz" tragen, für ihn "ein Symbol von universaler Harmonie und göttlicher Energie". Peter Reindl |
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